Babysitterpremiere

Es war nicht einfach, ihn zu finden. Aber jetzt haben wir ihn: Den Babysitter. Nach den ersten Wochen und Monaten mit Baby sehnt man sich als Elternpaar irgendwann danach, mal wieder einen Abend Paar zu sein – ohne das vorangestellte Eltern-. Mal nicht Mama sein. Nicht Papa sein. Keine Spucke abwischen, kein Wiegen, man hat zwei Arme frei und kann unter Umständen sogar mal wieder etwas Heißes essen ohne zu Schlingen oder ein Gespräch ohne Unterbrechungen führen. Einfach nur “Du & Ich” sein.

Ergo braucht man jemanden, der auf Baby aufpasst. Und das ist die Krux an der Sache! Wen nehmen, wenn die eigenen Eltern, also Oma und Opa nicht in der Nähe wohnen – oder wen man auch bei denen den Nachwuchs nicht lassen will oder kann? Und auch sonst niemand hat oder kennt, der Erfahrung mit ganz kleinen Säuglingen mitbringt.

Ich habe lange überlegt, wem ich überhaupt mein “Ein & Alles” anvertrauen würde. Echt schwierig – hätt ich nie gedacht. Dabei ist mir eingefallen, dass ich als Teenager selbst schon mal bei Bekannten babygesittet habe . Im Nachhinein kommen mir die Eltern irre mutig vor bzw. hatten sie sehr viel Vertrauen in mich – wo ich doch so überhaupt keine Ahnung hatte von Babies. Nahezu fahrlässig aus jetziger Sicht. Damals ist alles gut gegegangen. Aber wer kommt nun für uns als Babysitter in Frage?

Mein erster Weg war eine Umfrage bei Freunden in Facebook, ob jemand einen guten Babysitter kennt. Verhaltenes Feedback. Die wenigen Personen, die sich gemeldet haben, waren mir zu jung und zu unerfahren. Der nächste Versuch war über die Internetplattform babysitter-gesucht.de. Dort kann man genau angeben, was und wen man sucht und welches Erfahrungslevel der Babysitter mitbringen sollte. Der Spaß ist kostenpflichtig. Gemeldet haben sich von der gelangweilte Hausfrau über die Studentin bis hin zu seltsamen Typen a la “Mein Name ist Christian und ich stehe auf kleine Kinder” (oha!) alle möglichen Leute. Das war wohl nix.

Der rettende Tipp kam dann doch aus dem erweiterten Bekanntenkreis. Dort ist mir eine Babysitterin wärmstens empfohlen worden, die wir dann auch gleich zu einem ersten Kennenlerngespräch eingeladen haben. Ich war schon sehr gespannt. Im Nachhinein würde ich sagen, es war so etwas wie “Liebe auf den ersten Blick”. Wir fanden Sie von Anfang an symphatisch und – noch viel wichtiger – Baby hat sie sofort angelacht und hat sich auf Ihrem Schoß sichtlich wohlgefühlt. Schnell merkten wir, dass wir mit ihr auf einer Wellenlänge lagen, was die Einstellung zu Babies und deren Pflege etc. angeht. Also ließen wir es ein paar Tage später auf einen ersten Versuch ankommen.

Wir hatten Karten für ein Konzert und das war der erste Einsatz für unseren neuen Babysitter. Ich war immer noch etwas unsicher, gab ich doch das erste Mal meinen kleinen Schatz in fremde Hände – aber andererseits freute ich mich total darauf, mal wieder alleine mit meinem Freund einen Abend zu verbringen. Der Plan sah so aus: Stillen, Auf Konzert entschwinden, nach Hause kommen – wieder Stillen. Sollte zwischendurch wieder Erwarten eine große Hungerattacke auftreten, stand Pulver parat (ich hatte zuvor schon mal ausprobiert, ob er das nimmt). Abgepumpt habe ich nicht.

Seltsamer Weise war ich dann an besagtem Abend total nervös. Ich kam mir vor wie ein Teenager vor dem ersten Diskobesuch. Der Babysitter war da, Baby gestillt und die Tür fiel hinter uns ins Schloss. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Los zum Konzert und blos nicht alle 10 Minuten auf’s Handy starren. Vertrauen haben. Konzert genießen. Obwohl ich zugegebener Maßen ziemlich oft an den Kleinen denken musste, und wie’s wohl zwischen ihm und der Babysitterin läuft…

Wieder zuhause angekommen war alles Bestens, Baby schlief und unsere Babysitterin hat uns genau erzählt, wie der Abend war. Ein gutes Zeichen, damit war klar, dass sie sich wirklich um den Kleinen gekümmert hat. Wir waren glücklich. Und sind uns sicher, das hat so toll geklappt – das machen wir jetzt öfter.

Interessanter Weise tut mir allein die Tatsache “das da jemand ist”, den ich bei Bedarf kurzfristig anrufen kann und der sich zuverlässig um den Kleinen kümmert, total gut und entspannt mich. Man kommt sich einfach nicht mehr so total auf sich allein gestellt vor, auch wenn man keine Familie und Verwandschaft in der Nähe hat.

Wie findet man den richtigen Babysitter?

Die Chemie muss stimmen
Wohl mit das Wichtigste bei der Auswahl eines Babysitters – und eigentlich ganz einfach:
Denn nur wenn man – und vor allem Baby – den Bewerber sympathisch findet, ist er für den Job auch wirklich geeignet.
Schließlich muss der Babysitter für das Kind eine Vertrauensperson sein.
Bricht das Kind beim ersten Treffen in Tränen aus ist das ein schlechtes Zeichen.
Positiv: Die beiden spielen sofort zusammen.

Erfahrung
Vermutlich sind Bewerber, die an den Umgang mit Babys und Kleinkindern gewöhnt sind, die besseren Babysitter. Man sollte im Vorfeld Kontakt zu den Familien herstellen, für die der Babysitter bereits gearbeitet hat. Wie zufrieden sind die mit der Arbeit des Babysitters?
Ein Pluspunkt für den Bewerber ist auf jeden Fall, wenn er selbst mit jüngeren Geschwistern aufgewachsen ist (das war z.B. bei unserer Babysitterin der Fall) und auf diese aufpassen musste.
Auch gut: Der Bewerber hat ein sogenanntes “Babysitter-Diplom”, das man sich durch einen Kurs beim Deutschen Roten Kreuz erwerben kann (das ist z.B. eine Option, die man auf babysitter-gesucht.de auswählen kann).

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
Das geht schon beim Vorstellungsgespräch los – denn wer da schon unpünktlich ist, nimmt es vielleicht auch mit anderen Pflichten nicht ganz so genau. Außerdem zeigt er so, wie zuverlässig und vertrauenswürdig er ist. Oder eben nicht.
Auch zu den Babysitting-Terminen sollte er immer pünktlich erscheinen und auch ab und zu kurzfristig einspringen. So kann er beweisen,
wie ernst er seine Aufgabe nimmt.

Ein erstes Kennenlerngespräch
Bevor man den Babysitter zum ersten Mal mit dem Baby allein lässt, sollten man ihn durch ein ausführliches Gespräch richtig kennenlernen.
Man sollte ihn über seine bisherigen Erfahrungen mit Kindern und auch nach seinen beruflichen Zielen und Freizeitbeschäftigungen fragen. Alle Fragen sollten einen Bezug zu Kindern haben – sonst fühlt sich der Babysitter wohl eher verhört ;-) . Zeigt er kein Interesse an den Besonderheiten des Kindes (z.B. Schlafenszeiten, wie lässt sich das Baby am Besten beruhigen etc. …), sucht man sich wohl besser einen anderen.

Das Alter des Babysitters
Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit sind extrem wichtig! Man vertraut ihm schließlich sein Kind an.
Dazu ist eine gewisse Reife nötig: Zwischen 14 und 16 Jahre alt sollte der Babysitter mindestens sein. Wer selbst zu viel mit sich und der Pubertät zu tun hat, sollte besser nicht auf Babys aufpassen. Mir persönlich wäre auch das noch zu jung – für mich kam kein Bewerber unter 20 Jahren in Frage.

Was, wenn ein Unfall passiert?
Ein Babysitter muss sich mit erster Hilfe auskennen. Optimal ist, wenn er einen Kurs belegt hat und gelernt hat, wie man sich im Notfall richtig verhält. Wichtig ist auch, dass der Babysitter Situationen richtig einzuschätzen kann : Er ruft nicht sofort den Notarzt, wenn Baby weint, weil  ein neuer Zahn kommt. Und verständigt umgekehrt in einer wirklich gefährlichen Situation sofort Arzt und Eltern.

Nachem der Babysitter das erste Mal auf das Baby aufgepasst hat, kann man anhand folgender Kriterien feststellen ob es sinnvoll ist, ihn weiterhin einzusetzen:
1. Kind befragen (wenn alt genug), wie der Abend verlaufen ist. So findet man heraus, wie intensiv sich der Babysitter um den Nachwuchs gekümmert hat.
2. Babysitter befragen. Wie hat er den Ablauf des ersten Aufpassens empfunden?
3. Auf Spuren in der Wohnung achten: Hat der Babysitter zum Beispiel nur ferngesehen, anstatt auf das Kind aufzupassen?

Bei drei positiven Antworten steht einem weiteren Einsatz nichts mehr im Wege!

Und hier kann man einen Babysitter finden:


HalloBabysitter.de: Babysitter und Tagesmütter - Kinderbetreuung in Ihrer Nähe.

http://www.babysitter.de
http://www.babysitter-gesucht.de

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