Baby beruhigen mit den fünf “S”

Mein Freund steckt seinen Kopf zur Schlafzimmertür herein, schaut mich mit fragendem Blick an und schüttelt den Kopf. Gut, er denkt vermutlich, ich bin total übergeschnappt. Stehe ich doch da, das Baby schlafend auf dem Bett, ich Klamotten sortierend und im Hintergrund ertönt ein abartig lautes Rauschen aus dem Radio. Sender verstellt?? Zu schlechte Musik im Radio? Nö: Baby-Einschlafmethode! Ich kann das alles erklären… - Schatzi verdreht die Augen. – Ehrlich, das hat alles seinen Zweck! Aber der Reihe nach…

Wie schaltet man das Schreien eines Babies aus, wo es doch keinen “Not-Aus”-Knopf gibt (ich habe ihn zumindest noch nicht gesehen)? Geht eigentlich – auch ohne Knopf – ganz leicht. Gewußt wie! Ich habe mich hier an die fünf “S” nach Dr. Harvey Karp gehalten. Er hat eine Methode entwickelt, die Babies schnell ruhig werden lässt und meinen Puls auch ziemlich schnell wieder nach unten bringt. Die fünf “S” müssen genau in der beschriebenen Reihenfolge ausgeführt werden, damit sie gut funktionieren:

Step 1: Strammes Einwickeln (Pucken)
Wahrscheinlich wehrt sich Baby im ersten Moment dagegen mit wildem Gefuchtle und Gestrample. Könnte Protest bedeuten – aber der ebbt meiner Erfahrung nach immer sehr schnell ab. Das Einwickeln verhindert erstmal unkontrollierte Bewegungen von Baby und sorgt dafür, dass es sich nicht selbst ins Gesicht patscht und noch nervöser wird. Also: Erstmal straff pucken.

Step 2: Baby in Seiten- / Bauchlage bringen
Je aufgeregter Baby ist, desto unwohler fühlt es sich anscheinend auf dem Rücken. Es entspannt besser, wenn man es auf die Seite oder auf den Bauch dreht. Also im Arm halten, den “Flieger” machen oder seitlich halten. Man kann es auch auf den Schoß legen (falls man selbst schon am Ende seiner Kräfte ist). Dieser Trick kann den Beruhigungsreflex manchmal schon in Sekunden auslösen und Baby wird still.

Step3 : Schhhhhhhhhhhhhh…………..
Durch das altbekannte “Schhhhhhhh”-Geräusch fühlen sich Babies laut Dr. Harvey Karp auf magische Weise beruhigt und wie zu Hause. Wichtig dabei: Der Schhh-Laut muss so laut wie das Schreien des Babies sein, sonst nimmt das Baby in seiner Hektik das Geräusch gar nicht wahr. Weiterer (zugegebener Maßen etwas abgefahrener Trick – siehe oben): Ein Radio in der Nähe des Babies auf “weißes Rauschen” stellen (also keinen Sender einstellen). Es hilft auch eine Bandaufnahme vom Föhn. Babies stehen auf dieses – für uns Erwachsene nervige – Geräusch.

Step 4: Schaukeln
Energisches Schaukeln (NICHT Schütteln!! Vorsicht! Das kann den kleinen Menschen verletzen!) kann innerhalb von Minuten den Übergang von heftigem Schreien zu totaler Entspannung herbeiführen. Haben also Schritt 1-3 noch nicht gewirkt, sollte das Baby nun geschaukelt werden. Dabei Hals und Kopf des Babies stützen und Kopf in schnellem Rhythmus hin- und herbewegen, so als ob man Zittern würde (gut, vielleicht macht man das ja auch sowieso schon von selbst – je nachdem, wie heftig die Stunden zuvor waren ;-) So lange machen, bis Baby entspannt ist.

Step 5: Saugen lassen
Das funktioniert am Besten, wenn Baby durch die anderen 4 Schritte schon ruhiger geworden ist. Jetzt kann man es mit Saugen sozusagen in das “Nirvana des Entspannens” katapultieren. Dazu eignen sich Schnuller, Daumen, Finger oder auch Mamas Brust. Kleiner Schnullertrick: Wenn Baby den Schnuller immer wieder ausspuckt, warten, bis es leicht daran saugt und dann so tun, als würde man den Schnuller herausziehen. Baby wird dann noch fester saugen und lernt damit, den Schnuller im Mund zu behalten. Bei unserem Kleinen hat das nicht funktioniert (er hasst Schnuller), andere Eltern haben aber damit gute Erfahrungen gemacht. Ich bin auf Finger oder Brust ausgewichen.

==> Jetzt sollte das Baby ruhig geworden sein oder sogar schlafen.

Viel Erfolg mit den fünf  “S”!

Mehr Details zu den fünf S und der Methode von Dr. Harvey Karp findet sich in seinem Ratgeber: 

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