Heidi Klum, oder was?
Mein Bauch sieht nach viertem Monat aus. Allerdings habe ich bereits entbunden und die Geburt ist 4 Monate her. Ich stehe in der Umkleidekabine eines Kaufhauses und bin auf der Suche nach einem eleganten Kleid für zwei Hochzeiten, auf die ich dieses Jahr eingeladen bin. Den Moment des Kleiderkaufs wollte ich hinauszögern, bis mein Bauch wieder seine ursprüngliche Form hat. Allerdings rückt der Termin der Feierlichkeiten nun unaufhaltsam näher und der Mittelteil meines Körpers schrumpft nur im Schneckentempo. Also muss ein Kleid her, in das meine neuen Kurven passen.
Ok, zugegebener Maßen kann ich nun auch weit ausgeschnittene Kleider tragen, ernte bewundernde Blicke von meinem Freund und habe dank Still-Busen ein Dekollete, was ich vor meiner Schwangerschaft nicht unbedingt behaupten konnte. Aber parallel zur Oberweite ist auch mein Bauch gewachsen bzw. nach der Geburt noch nicht so weit zurückgegangen, wie ich es gerne hätte. Dort wo ehemals ein durchaus ahnsehlicher straffer Bauch saß (six-pack-verdächtig), ziert mich jetzt ein schwabbeliges Etwas.
Kürzlich war ich zur Massage. Mit einem mitleidigen Blick auf meine Bauchgegend meinte der Masseur, dass ich das mit “gaaaaaaaaaanz viel Pflege, zupfen und cremen viiiehlleicccccccccchhhhht, eventuelllllll wieder hinbekommen” könne. Na danke! Bis zu diesem Augenblick hatte ich mir mit dem Abnehmen nach der Geburt noch keinen Streß gemacht. Getreu dem Hebammen-Motto “9 Monate kommts, 9 Monate gehts” hatte ich ja genügend Zeit. Ausserdem soll man nicht diäten, während man stillt.
Da ich auch immer noch meine Jeans mit Elastikeinsatz aus der Schwangerschaft trage, habe ich auch keine Probleme mit einem vermeintlich zu engen Hosenbund. Und wenn ich mich in meiner Rückbildungs-Gruppe umsehe, dann sehe ich auch dort die ein oder anderen Bäuchlein, die meinem sehr ähneln. Pardon, meine Damen.
Jetzt wirft sich die Frage auf: Wie bitteschön macht das eine Heidi Klum? Nach dem dritten Kind war sie 6 Wochen später durchtrainiert wie eh und je wieder auf dem Laufsteg, Dessous vorführen. Dieses Mal, nach dem Vierten, hat sie sich das zwar gespart – aber mal ehrlich: Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen!
Wenn ich dem Glauben schenke, was in Büchern steht und was die Leiterin unserer Rückbildungsgymnastik sagt, dann ist das absolut unrealistisch. Zu frühes Bauchtraining ist kontraproduktiv für die Stärkung des Beckenbodens. Beachtet man das nicht und fängt zu früh an, die Bauchmuskulatur zu trainieren, führt das unter Umständen zu Inkontinenz (übrigens soll man auch deswegen bis zu sechs Monate nach der Geburt erstmal nicht joggen). Das hat eine hauptberufliche Tänzerin aus der Rückbildungsgruppe sofort bestätigt. Sie hatte mit Inkontinenz zu kämpfen. Nimmt unsere Heidi also Inkontinenz in Kauf zugunsten eines flachen Bauches? Kann ich mir nicht vorstellen. Meine Vermutung ist ja eher, dass da chirurgisch nachgeholfen wurde. Aber wie gesagt, reine Spekulation. Und dass auf Fotos retuschiert wird, ist ohnehin klar.
Meinereiner hat inzwischen ein Kleid gefunden, dass A-förmig geschnitten ist und mein weiches Bäuchlein mit ganz viel Seidenstoff feengleich umspielt. Mit hohen Hacken kombiniert, fühlt sich das Gesamtpaket auch gar nicht schlaff, sondern eigentlich ganz ahnsehnlich an.
Selbstverständlich wird der Bauch auch brav gezupft und gecremt (wenn ich Zeit dafür habe). Toll wirkt auch eine Bürstenmassage und anschließendes Cremen mit “Body Strategist +” von “Comfort Zone”. Die Creme hat einen Wärmeeffekt und wirkt stark durchblutungsfödernd. Das bringt echt was! Die weißen Schwangerschaftsstreifen verblassen langsam und die Haut wirkt straffer. Unterstützend kann man unter engen Sachen auch ganz toll, die Funktionsdessous von Triumph tragen, z.B. den “High-Waist-Maxi Slip Simply Shaper” oder den “Body Slimmer Pure Shaper”. Die formen toll und sehen auch gar nicht nach Omi aus.
Ich bin jedenfalls bereit für die Hochzeitsparties und für die Suche nach “Germanys next top Belly” habe ich jetzt ja noch entspannte fünf Monate Zeit








